die letzten Tage…

Von Dunedin aus fahren wir in Richtung Norden entlang des Pazifiks. Eine wunderschöne Gegend, irgendwie entspannt. Der erste Stopp ist an kugelrund geformten Steinformationen, die einfach am Strand liegen.

Moeraki Boulders
Moeraki Boulders
Riesenmurmel
Riesenmurmel

Weiter Richtung Christchurch passieren wir Oamaru, eine supercoole Stadt. Der Hafen widmet sich der Steampunk Kultur, es gibt einen Steampunk Spielplatz und ein Steampunk HQ, was verschiedenste „Gerätschaften“ ausstellt, alles im viktorianischen Stil. Es ist eine Subkultur mit Literatur, Kunst, eigenem Stil und Kultur in der „moderne und futuristische technische Funktionen mit Mitteln und Materialien des viktorianischen Zeitalters verknüpft (werden), wodurch ein deutlicher Retro-Look der Technik entsteht.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Steampunk

Es gefällt uns sehr in diesem kleinen Städtchen, es hat Charakter und sichtbare Kultur und Gestaltung. Es gibt neuseeländischen Whisky, alte, schöne Gebäude, viel Kunst und altes Zeug, einen Laden mit Steampunk Klamotten und leckeren Kaffee.

Oamaru Hafen
Oamaru Hafen
Steampunk Dampflok
Steampunk Dampflok
Am Steampunk HQ
Am Steampunk HQ

Aber wir müssen weiter, wir wollen doch noch den Abstecher zum Mount Cook  und den anderen 3000ern machen, das wird ein größerer Umweg. Auf, wieder ins Inland.

Sie kommen schon von weitem in Sicht, majestätisch erheben sich die schneebedeckten Berge vor uns. Dann erreichen wir den Lake Pukaki, der mal wieder herrlich blau erscheint durch das abgesunkene Gletschermehl.

Lake Pukaki und Mount Cook
Lake Pukaki und Mount Cook

Eine Wanderung führt uns näher in die Berge und mal wieder zu einem Gletscher mit graubraunem Gletschersee davor.

Mount Cook und Gletscherfluss
Mount Cook und Gletscherfluss
schwimmende Eisbrocken im Gletschersee
schwimmende Eisbrocken im Gletschersee

Wir treffen unsere Koreanischen Freunde vom Whanganui River wieder, sie haben überlebt und sind nur einmal umgefallen, was dann nur halblustig war und die Kamera und die Klamotten nass waren, aaaaber überlebt 🙂

Vom Zeltplatz aus können wir den Mount Cook, den höchsten Berg NZs, im Abendrot bewundern. Endlich auch mal so ein Foto!

Mount Cook im Sonnenuntergang
Mount Cook im Sonnenuntergang
Abendstimmung
Abendstimmung

Nachts hören wir es immer wieder grollen, wenn die Schneemassen oder das Eis abbricht und sich den Weg ins Tal bahnt. Der Abstecher hat sich sehr gelohnt, Berge sind irgendwie immer wieder eine Faszination und wenn sie schneebedeckt sind, einfach wunderschön. Auf dem Weg weiter halten wir immer wieder an und bewundern die Bergkette aus anderen Winkeln mit dem blauschimmernden See davor.

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Zero Waste Strategy...
Zero Waste Strategy…

Wir fahren weiter zur Banks Peninsula, die kurz vor Christchurch liegt und machen noch 2 Tage Pause, fahren ein bisschen herum, sehen die Kante des ehemaligen Vulkans und den Ausfluss, der jetzt den Hafen von Akaroa bildet. Das ist ein kleines, französisches Städtchen auf der Insel. An einem ruhigen Campingplatz direkt am Pazifik verbringen wir unsere letzte Nacht im Zelt, gehen am Strand spazieren und reflektieren über unsere Reise. Was waren die Highlights? Beste Landschaft? Beste Tierbegegnung? Menschenbegegnung?


 

Wir erreichen Christchurch am nächsten Morgen. Eine ganz besondere Stadt. Hier sollen wir Bärbel und Sonja noch mal treffen, das Auto wieder abgeben, packen und dann nach Hause fliegen. Es ist auch eine besondere Stadt, weil sie 2010 und 2011 durch Erdbeben stark zerstört wurde. Es ist bereits eine Weile her und es wurde viel getan, die Spuren sind dennoch überall erkennbar. Es gibt viele Lücken, die einfach leer sind. Es gibt viele Häuser, die von Stahlkonstrukten gehalten werden, oder von Containerwänden gestützt. Alte Gebäude, besonders 2 Kirchen sehen wir, die noch stehen, gehalten werden, mit großen Rissen, abgebrochenen Seiten oder komplett weggebrochenen Wänden. Viele Häuser stehen leer, sind zugenagelt, abgesperrt. Das Beben ging direkt durch die Innenstadt und hat damit das Zentrum zerstört, das heißt Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten, Büros, Cafés und Gemeinschaftsplätze. In einer Tour erfahren wir mehr darüber, wie die Stadt wieder aufgebaut wird. Es ist auch eine große Chance für diese Stadt und sie nutzen sie, so wie ich das einschätzen kann, auch ganz gut. Es gibt viele gemeinsame Entscheidungsprozesse, Gemeinschaftsplätze werden kreiert und es gibt sehr viel Gestaltungsfreiraum. Ein Spielplatz ist entstanden, den die Kinder sich gestaltet/gewünscht haben. Es gibt eine Gruppe, die sich gapfiller nennen und die entstandenen Lücken füllen mit gemeinschaftsstiftenden Tätigkeiten oder Verweilplätzen oder Minigolf durch die „ehemaligen Häuser“. Das Stadtleben hat sich etwas einfallen lassen und Cafés sind jetzt in schön gestalteten Containern, auch der Pfarrer der „Pappkartonkirche“ kommt aus einem Container und es gibt Street Art Festivals, die mit großen Kunstwerken an Wänden und Skulpturen in den Straßen die Stadt verschönern. Die Häuser werden jetzt alle erdbebensicher gebaut, es gibt Auflagen und alles wird mit einem großen Masterplan gestaltet. Die Stadt wirkt sehr lebendig und vital auf uns.

von Containerwänden gehalten
von Containerwänden gehalten
die zerstörte Christchurch
die zerstörte Christchurch
Ecken werden gestaltet, vieles ist abgesperrt und einsturzgefährdet
Ecken werden gestaltet, vieles ist abgesperrt und einsturzgefährdet
Was als Limitierung wahrgenommen wird, sind Möglichkeiten für einzigartige Bewegungen und einzigartige Verbindungen zwischen Menschen.
Was als Limitierung wahrgenommen wird, sind Möglichkeiten für einzigartige Bewegungen und einzigartige Verbindungen zwischen Menschen.
from Chaos comes creativity
from Chaos comes creativity
Stühle zur Erinnerung an die 180 Todesopfer
Stühle zur Erinnerung an die 180 Todesopfer
große Bilder zieren die Wände
große Bilder zieren die Wände

Wir sind am Ende unserer langen Reise. Auf uns wartet ein langer Flug zurück. Wir freuen uns auf zu Hause. Vielen Dank fürs Lesen und Folgen unserer Geschichten. Bis zum nächsten Abenteuer.

EndeEnde

Naturwunder

Wir machen uns auf den Weg zum berühmten Milford Sound. Eine Straße soll uns dorthin führen. Das Wetter ist nicht so dolle, dunkle, tiefe Wolken hängen über den Bergen. Wir beschließen also die Wanderungen sein zu lassen und direkt zum Milford zu fahren. Unterwegs machen wir Halt an den Mirror Lakes, die leider nicht viel reflektieren, weil Wind ist, aber wir treffen einen Robin.

Robin
Robin

Auch wenn die Wolken tief hängen ist die Höhe der Berge doch schon bemerkbar und die blanken Steinfelsen zeigen sich.

Milford Road noch vor dem Homer Tunnel
Milford Road noch vor dem Homer Tunnel

Unser erstes Naturwunder sehen wir im „The Chasm“, dort bohrt sich der reißende Fluß durch die Felsen und hat schon eine wunderschöne, beachtenswerte Schlucht hinterlassen. Die Wände sehen aus wie Elefantenhaut, glattpoliert und es gibt viele Löcher, die durch drehende Steine entstehen. Mächtige Baumstämme bleiben stecken und machen deutlich, wie groß und reißend der Fluß werden kann. Es sieht so unglaublich toll aus. Die Fotos machen es nicht so deutlich, auch die Tiefe fehlt, aber vielleicht ein bisschen.

The Chasm - Wasser gräbt sich seinen Weg
The Chasm – Wasser gräbt sich seinen Weg
gewaltige Spuren
gewaltige Spuren
Baumstämme in Steinlöchern
Baumstämme in Steinlöchern

Dann passieren wir den Homer Tunnel, dieser Tunnel wurde noch mit Spitzhacke gebohrt und hat ein Gefälle von 1 zu 10, es geht also ziemlich steil hoch. Es tropft von den Decken, der blanke Steinfelsen neben uns und es ist stockdunkel. Eine Ampel regelt tagsüber, dass nur eine Seite fahren darf. Etwas respekteinflößend…

Aber auf der anderen Seite haben wir tatsächlich SONNE!! Wir können unser Glück kaum glauben! Die blanken Felswände ragen rechts und links neben uns in die Höhe, kaum Vegetation schaffte es sich daran festzuklammern. Wasserfälle strömen überall herunter und das silbergrau der Berge leuchtet durch die Nässe.

Dann erreichen wir ihn, den Milford Sound.

Der Milford Sound
Der Milford Sound

Wir laufen am Ufer herum und schauen uns den Fjord von verschiedenen Seiten an. Wir sind begeistert. Es ist tatsächlich wunderschön und gewaltig und sonnig und hoch und das Wasser und… naja wirklich die Reise wert.

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Um die Ecke sehen wir dann auch einen mächtigen Wasserfall herunterschießen. Wenn man mit dem Boot eine Tour macht, fahren die dort sogar drunter durch.

Der Stirling Fall im Milford Sound
Der Stirling Fall im Milford Sound
2 glückliche Sandflies in der Sandfly Bay am Milford Sound
2 glückliche Sandflies in der Sandfly Bay am Milford Sound

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Schwer können wir uns nur trennen, aber nach einer Weile brechen wir doch auf und machen uns auf den Rückweg, ergötzen uns wieder an den mächtigen Felswänden, passieren den Homer Tunnel erfolgreich und sehen wieder blaue und grüne Seen.

mächtige Felsenklippen an der Milford Road
mächtige Felsenklippen an der Milford Road

Am Tag danach treten wir die dicke Reise quer durchs Land an und enden in Dunedin, wo wir ein kleines Zimmerchen auf der Halbinsel beziehen. Es ist total niedlich hier. Wir fahren noch an die Spitze, um einen Kaffee zu trinken, im Albatros Zentrum. Faszinierende Kreaturen, wir können sogar schon welche sehen, wie sie sich mit ihren langen dünnen Flügeln von den tausenden Möwen abheben und über den Hügel fliegen. Da gerade Wind ist, ist die beste Zeit die Tour zu machen. Wir sind nur zu zweit und die Dame, die uns alles erklärt, ist super. Wir erfahren, dass es 29 Eier sind dieses Jahr, 22 schon geschlüpft, Junge lernen fliegen und betreten dann 5 Jahre (!) kein Land mehr, sondern umkreisen den Pazifik. Sie kehren dann zurück und brüten dort wo sie geschlüpft sind. Die Paare bleiben meistens zusammen, aber es gibt auch Scheidungen und ein Damenpärchen, welches schon die 2. Brut hat. Dann steigen wir hinauf auf den Berg zum Schutzgebiet, es ist das einzige an Land auf der Welt, ein 2. liegt auf kaum erreichbaren Inseln im Meer. 3 brütende Königsalbatrosse hocken in der Wiese, ein Jugendlicher läuft (wie Prince Charles) am Fels entlang, 2 Junge „gammen“ (sich beweisen und zeigen wie toll sie sind für die Partnersuche) und wir sehen viele fliegen. Ein sehr würdevoller Anblick, wie diese großen Tiere über das Meer schweben.

Albatrosse haben eine Flügelspanne von 3 m
Albatrosse haben eine Flügelspanne von 3 m
lucky shot
lucky shot

Der nächste Tag führt uns über Schotterstraßen durch die Insel, an Strände und durch Felder, entlang kleiner Meeresinlets.

Seelöwen am Strand vom Pazifik
Seelöwen am Strand vom Pazifik

An der Sandfly Bay hocken wir uns hinter die Dünen und hoffen auf die seltenen Gelbaugenpinguine. Wir müssen nur eine viertel Stunde warten und das Wunder offenbart sich uns! 2 Pinguine tauchen tatsächlich aus dem Wasser auf und watscheln am Wasser entlang, gehen wieder rein, schwimmen und kommen wieder heraus. Dann laufen sie über den gesamten Strand und hoch auf eine Düne. Dort sitzen PartnerIn und Kind zum Füttern. Ein unglaubliches Erlebnis, wir können unser Glück kaum glauben. Und die sind sooooo nieeeedlich.

Gelbaugenpinguine steigen aus dem Wasser
Gelbaugenpinguine steigen aus dem Wasser
und klettern die steile Düne hinauf
und klettern die steile Düne hinauf

Kepler Track – Great Walk… check!

Takahe im Bird Sanctuary in Te Anau, vom Aussterben bedroht, flugunfähig und ziemlich witzig
Takahe im Bird Sanctuary in Te Anau, vom Aussterben bedroht, flugunfähig und ziemlich witzig
Morepork, kleine Eule, die ihren Name ruft
Morepork, kleine Eule, die ihren Name ruft
Kaka, dem Kea sehr ähnlich, aber Waldpapagei
Kaka, dem Kea sehr ähnlich, aber Waldpapagei

„Severe Weather Warning“ in den Fjordlands sagt uns die Wettervorhersage, heavy rain, Gewitter möglich und ein erwarteter Niederschlag von 500 mm! Na das sind ja großartige Aussichten, um unsere 4tägige Wanderung durch die Kepler Mountains in den Fjordlands zu machen. El Ninjo schlägt kräftig zu und haut auch hier alles durcheinander, das hatten wir schon in Südamerika. Eine warme Luftfront kommt von Australien über die Tasmanische See und trifft auf die hohen Berge des Fjordlandes und die Alpen, so dass die Luft in rasendem Tempo aufsteigt und Wolken bildet. Das heißt es gibt Niederschlagsmengen wie im Winter. Gut, dass wir ausgerechnet in diesen 4 Tagen auf 1500 m Höhe wandern und zelten wollen!

Wir bereiten uns also auf viel Regen vor. Pasta, Müsli und Brot einkaufen, kein Aufwand, Hauptsache leicht. Am Morgen checken wir nochmal das Wetter im DoC: Regen und Wind. Mh. Wir ziehen los, es ist wolkig, aber es regnet nicht. Unser erster Tag ist recht kurz. Wir laufen am Ufer des Lake Te Anau entlang und erreichen dann den Busch… Regenwald: voller Moose, Flechten, Farne, Büschen und dichtem Bewuchs. Das Licht drang durch die Bäume und verzauberte den Wald. Zum Mittag als wir unter einem Schelter stehen gibt es Regen, sonst nicht. Wir kommen recht früh am Zeltplatz an und können im Trockenen aufbauen. 2 Mädels aus Frankreich kommen völlig nass an und erzählen uns von ihrem Abenteuer auf dem Berg. Es hat wohl mächtig geregnet und der Wind auf dem Kamm ließ sie auf allen Vieren nur vorwärts kommen. Außerdem wurden sie von einem Kea „angegriffen“! Er wollte was zu fressen und anscheinend kommen diese doch recht großen Vögel ziemlich dicht, setzen sich auf Zelte und zerrupfen Rucksäcke. Wir haben herzlich gelacht. Der Zeltplatz wird immer voller und am Ende stehen gut 15 Zelte an diesem kleinen Ort.

Der Abend bringt erst den Regen. Unser kleines Zelt ist etwas mitgenommen und hält nicht mehr so viel aus… diese Nacht hält es.

unser Zelt im Wald versteckt
unser Zelt im Wald versteckt

Der 2. Tag bringt uns nach oben zur Luxmore Hut und verspricht schöne Aussichten auf die Kepler Berge und bei guter Sicht auf das Fjordland…

8 km steil bergauf stehen uns bevor, 6 Stunden Laufzeit sagt das DoC. Drückt die Daumen für gutes Wetter, wir verlassen den schützenden Wald…

Dieser Berg! 2 Stunden und immer noch nicht da, noch eine Stunde. Der Rucksack zieht und drückt, der Berg hört nicht auf, einen Schritt nach dem anderen, schön langsam und gleichmäßig. Wir haben so ein Glück mit dem Wetter, es gibt immer wieder Nieselregen, aber es hält. Nur der Berg will nicht enden. 8 km fühlen sich an wie 15.

Manchmal ziehen sich Wolken durch den Wald und es wird merklich feuchter.

Dann erreichen wir die Waldgrenze. Die Bäume sind hier voller hellgrüner Flechten, die zottelig herunterhängen und sie sind kleiner, krüppeliger, alles ist voller Moos und es wird lichter. Draußen empfängt uns eine ganz andere Landschaft. Wir sehen Berge! Nur die Kepler Berge, aber wir sehen Berge! Die sind hier oben überzogen von Moosen und Flechten in den herrlichsten Farben. Es gibt die prächtigsten und schönsten Steingärten, die ich je gesehen habe. Es wächst Tussock, ein goldgelbes hohes Gras. Die Wolken tauchen die Berge in einen unwirklichen Nebel und der Lake Te Anau liegt dunkelblau vor uns.

Lake Te Anau von oben
Lake Te Anau von oben

Und dann erwischt es uns doch. Es fängt an zu regnen. Schnell die Ponchos übergezogen, doch der Wind bläst uns die riesigen Dinger um die Beine. Nass wird es im Gesicht und an der Hose. Durch, wir sind gleich da. Da sehen wir die Hütte plötzlich und sind seeeeehr dankbar. Regen ist einfach nicht schön beim Wandern.

Die Hütte ist riesig. Es gibt 2 Bunkrooms voller Betten, Doppelstockbetten oder alle nebeneinander. Na das kann ja heiter werden… aber das ganze Ausmaß wird uns erst bewusst, als die Leute nach und nach eintreffen… 60 Betten oder so, gefühlt 120. Es sind so viele Menschen plötzlich, es ist laut in dem Aufenthaltsraum und die Rücksicht aufeinander wird bei so vielen Menschen irgendwie auch immer weniger. Der Raum ist voll als der Ranger, ein echter Witzbold, eine Einführung in die Sicherheitsvorschriften gibt. Das ist ja schlimmer als in Deutschland!! So viele Regeln und wo gibt es Feuerlöscher und die Solarlichter und keine Kerzen und das Wasser und die Klos und dann noch ein paar wissenswerte Dinge über Ratten, Mäuse, Possums und wie sie diese pests (Plagen) in die Reihe kriegen wollen.

Ach ja das Wetter. Windgeschwindigkeiten bis zu 80 km/h und dort oben, sagt er, können wir nochmal 20 draufrechnen… Wenn wir eine Böe kommen hören, sollen wir uns ducken… 8/

Unser Bett im oberen Stock mit Aussicht auf die Berge teilen wir uns mit 5 weiteren Leuten. Unter uns liegt eine Familie mit 3 Jungs (!) Ich glaub, der Vater wird schnarchen.

Gute Nacht.

Nachdem es dann echt laut wurde durch die Jungs und unser freundlicher Nachbar mal nachgefragt hat, fing das Schnarchen an und der Wind peitscht den Regen gegen das Fenster. Aber der Aufstieg und Ohrstöpsel lassen uns doch sehr gut schlafen.


Am Morgen hat der Regen tatsächlich aufgehört, auch der Wind ist ziemlich still.

Wir verlassen die schützende Hütte und ziehen von dannen.

Entlang eines Seitenarmes des Lake Te Anau erstreckt sich eine ganz atemberaubende Landschaft voller Gräser, Moose, Flechten, Blumen, kleinen Teichen, Bergen und Wolken, die sich unter uns langziehen.

Morgens
Morgens

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schönste Steingärten
schönste Steingärten

Zum Mittag machen wir an einem Shelter Pause, wo die Keas tatsächlich schon auf uns warten. Zwei große Vögel, Gebirgspapageien, denen es nicht gut tut, dass sie gefüttert werden. Sie waren echt clever und krochen unter die Hütte, um nach dem Futter zu schnappen. Wunderschöne Vögel! Vor allem dann, wenn sie fliegen: sie haben atemberaubend schöne rote Flügelunterseiten.

wunderschöner Kea
wunderschöner Kea

Dann erreichen wir den berüchtigten Kamm. Wir haben soooo ein Schwein!! Es ist der Hammer, kein Regen und wenig Wind. Aber uns ist schon auch klar, was ein bisschen mehr Wind dort anrichten kann. Wir haben ein Glück und sind so dankbar. Der Kamm ist wunderschön und gibt uns einen Überblick über die Berge rings um uns herum. Wasserfälle, Felsen, Steine, Steingärten in Hülle und Fülle und Berge in den herrlichsten Gelb- und Brauntönen.

Dafür lohnt es sich!

Lookout
Lookout

Der Abstieg führt wieder in den Wald, flechtenverhangen, moosüberwachsen eröffnet sich ein Märchenwald. Eine lange, lange Serpentine führt uns zum Zeltplatz „Iris Burn“.

Regenwald
Regenwald

Ein abendlicher Spaziergang führt uns zu einem fetten Wasserfall und auf dem Rückweg haben wir richtig Glück: wir sehen eine Whio Familie, die Blue Duck. Das ist eine recht seltene Entenart mit hellem Schnabel und gelben Augen. Sie sehen so schön aus und schwimmen können die!! Die Kleinen vollführten die besten Kunststücke in dem schnellen Fluss: tauchen, gegen den Strom, hoch und wieder runter. Superschnell. Dann gehen sie sogar ans Ufer und treffen auf Papa, sie sind ganz nah. :D:D:D

Wasserfall
Wasserfall
Blue Ducks/Whio
Blue Ducks/Whio

Unser letzter Tag ist komplett verregnet. Es haut richtig runter und wird heut nicht mehr aufhören. Frühstück, Regenklamotten an, heut ist unser längster Tag. Es regnet und regnet und regnet. Irgendwie ist das dann alles, was man wahrnimmt. Immer wieder sehe ich doch auf und schaue mir diesen nebelverhangenen, verregneten, schönen Wald an… die Fehen, Zwerge und Gnome fehlen. Der Weg selbst nimmt kein Ende. Er ist übersät von den klitzekleinen Blättern der Beech Trees, die das Wasser auch braun färben. Viele wunderschöne, grüne Steine sehe ich. Wir laufen ziemlich schnell und die ersten 2 Stunden machen wir ohne Pause. Steffi will so gern den Bus um 3 Uhr vom Parkplatz nach Te Anau erreichen. Nicht wirklich machbar…

Am ersten Shelter muss ich dann meine völlig durchnässte (wasserdichte!) Jacke ausziehen, weil ich bis auf die Haut nass bin und trotz laufen friere. Der Poncho muss ran. Nach weiteren 3 Stunden sind wir an der Hütte und haben noch 1,5 Stunden vor uns, es ist 14:37. Steffi will durchrocken, mir tut alles weh und ich kann nicht mehr. Widerwillig bleiben wir, es ist ja doch nicht ohne rennen zu schaffen. Durchnässt machen wir vor der Hütte (ohne Reservierung darf man ja nicht rein, oder!?) Mittag. Die Rangerin kommt und ruft freundlicherweise den 5 Uhr Shuttlebus für uns an und bittet uns herein vors Feuer! Gerade richtig! Steffi ist grenzwertig an der Kälte und kann kaum sprechen. Nasse Klamotten aus und Jacke an. Wie schnell man dann doch kalt ist und wie schnell das sogar gefährlich werden kann, war uns nicht so klar. Essen und Wärme hilft. Unsere TrampingkollegInnen aus Australien treffen auch ein und wir verabschieden uns. Das letzte Stück reißen wir noch gut runter. Der Fluss am Ende ist überwältigend, er ist weit und blau und man kann bis zum Grund sehen! Eine Brücke führt uns darüber und zum Ende des Tracks und damit zum letzten heiligen Stückchen Schoki! Geschafft! Unser erster Great Walk komplett 😀

 

Die Dusche danach ist die beste Erfindung der Welt!

Beeindruckender Doubtful Sound und die Te Anau Caves

Früh raus, um 8 Uhr startet das Boot über den Manapouri Lake. Die Überfahrt ist trotz sehr wolkigem Himmel schon wunderschön. Der riesige See breitet sich vor uns aus. Er ist wie ein S geformt und wir müssen an das andere Ende. Viele kleine Inseln schmücken den See und jetzt schon fjordähnliche Wände ziehen sich dunkelgrün bewaldet neben uns hoch.

Der Wind bläst uns um die Nase, wir sind ein bisschen aufgeregt. Dann kommt das große Wasserkraftwerk am Ende des Sees in Sicht, dort steigen wir aus und um, in einen Bus. Dieser bringt uns in 45 min. Fahrt über einen Pass zum Doubtful Sound. Nur so, oder per Flug ist er erreichbar vom Land aus. Die dicken Wolken hängen in den Bergen und lassen den Regenwald erst richtig nach Regenwald aussehen. Wasserfälle, tiefe Schluchten und runde Berge sehen wir überall. Dann kommt der Pass. Dort entscheidet sich, ob wir eine Sicht haben werden oder nicht. Ich bin positiv auch wenn es null danach aussieht. Wir sehen schon hellen Himmel, dann auch fast blauen Himmel und dann über die Kuppe und…

… blauer Himmel und ein paar Wolken!!! Wir haben so ein verdammtes Glück!! Es sollte regnen! Und wir haben Sonne! Glückskinder. Der Ausblick ist der Oberhammer! Der Fjord von oben sieht so unglaublich schön aus. Das silberne Wasser fließt zwischen den Bergen und schlängelt sich zum Meer. Da fahren wir jetzt hin. Grins.

der Doubtful Sound
der Doubtful Sound

Unten angekommen steigen wir um auf ein Schiff und die 3 stündige Fahrt geht los. Die dunkelgrünen Wände ziehen sich neben uns nach oben, das Wasser ist dunkel gefärbt von den Wäldern, wie überall hier. Die obere Schicht ist Süßwasser, die sich mit der unteren, dem Meerwasser nicht vermischt. So entstehen ganz besondere Verhältnisse. Ein Wasserfall taucht auf. Unter uns befinden sich 400 m. Seitenarme tauchen auf, Inseln und der Fjord öffnet sich und wird wieder enger. Dann kommen wir bei den vordersten Inselgruppen an, Shelter Islands, weil sie den Fjord vor dem starken Wind vom Meer kommend schützen. Das Wasser ist bis hierhin ziemlich ruhig. Unser Guide sagt uns, dass wir hinausfahren aufs Meer, wir sollen uns festhalten. Sobald wir aus dem Windschatten rauskommen nimmt der Wind zu und bläst alles weg, was nicht fest ist. Die Wellen lassen das Boot hin und her schaukeln. Gute Bedingungen heute, wir kommen selten so weit raus, sagt der Guide. Super! Glückspilze. Und es reißt nicht ab. Von weitem taucht ein großer Vogel auf. Steffi ahnt es schon, ich werde aufgeregt, der Guide prüft nochmal im Fernglas: es ist einer, ein Albatross! Eine Welle geht durch meinen Körper. Schon immer wollte ich einen sehen. Albatrosse sind so faszinierende Vögel, riesengroß und ihre Flugweiten sind für mich so unvorstellbar weit, dass ich das gar nicht begreifen kann. Er kommt auf uns zu. Ein Royal Albatross. Er fliegt an uns vorbei, schön zu sehen sein großer, plump wirkender Körper und diese dünnen, langen Flügel. Wir sehen noch einen, eine andere Art, auch der zieht gut sichtbar an uns vorbei. Das ist das Highlight, der Oberhammer. Albatrosse. Live! Ohne Führung oder Käfig und nicht nur im Film. Selig.

Die laut dröhnenden, vor Kraft strotzenden Motoren führen das Schiff sicher an den Inseln entlang, drumherum und stellen sicher, dass wir trotz des plötzlich auftretenden Gegenwindes, wieder in den Fjord hineinkommen. Auf der Rückseite liegen Seerobben. Ziemlich nah ran kommen wir und lernen, dass sie früher bis fast zum Aussterben bedroht gejagt wurden für ihr Fell. Gut, dass es jetzt wieder so viele gibt!

Für einen Moment bin ich sehr sehr dankbar und zwar nicht nur für diese unendliche Schönheit und Kraft, sondern dafür, dass ich sie wahrnehmen kann, dass ich als Mensch ganz bewusst staunen kann, Ehrfurcht empfinden und diese Dinge als wunderschön bewerten kann. Ich bin dankbar für die Gefühle, die es in mir weckt und die Verbundenheit, die ich ganz klar und bewusst spüren kann. Menschsein ist doch manchmal eine tolle Erfindung.

Glückskinder
Glückskinder

Die Berge an dieser Seite des Fjordes sind noch etwas steiler und höher. Das Wasser ist jetzt wieder ruhig und die kleinen Wellen an der Oberfläche unterhalten mich. Wir fahren in eine Bucht hinein. „Da vorn spritzte etwas!“ Tatsächlich. Dort sehen wir die Finnen. Delfine. Diese Gruppe Tümmler lebt hier im Fjord und verlässt ihn kaum. Sie springen und immer wieder sehen wir ihre Rücken an der Oberfläche. Sie kommen näher. Wunderschöne Tiere und so lustig. Sie schwimmen unter uns und wir bekommen ein paar zu Gesicht. Dann lädt uns der Guide ein, ganz still zu sein, die Kameras auszuschalten und nichts mehr zu sagen. Dann schaltet der Kapitän auch die Motoren aus. Es wird ganz still. Das Wasser plätschert gegen das Boot. Unter uns hören wir das Ausatmen der Delfine, links einer, nochmal und dann rechts. Dann tauchen sie ab. Die Vögel sind zu hören, in der Ferne des Berges, der vor uns liegt. So richtig still wird es nicht, wenn so viele Menschen um einen herum sind, aber zu hören ist nur die Natur. Ruhe. Das tut gut…

Das Motorengeräusch durchdringt diese viel zu kurze leise Zeit und wir drehen um. Die Delfine begleiten uns hinaus aus der Bucht und wir fahren zurück in den Fjord um den Rückweg anzutreten.

Jetzt haben wir Gegenwind und vorn an unserem Platz ganz an der Spitze wird es ordentlich zugig. Ich stelle mich ganz vorn an die Spitze, beuge mich vorn über das Geländer. Der Wind bläst mir ins Gesicht und plustert meine Jacke auf. Ich breite die Arme aus und hebe ab. So muss fliegen sein. Das Wasser rauscht unter mir lange und ich ziehe an den Bergen vorbei. Ein gutes Gefühl.. frei..

Franzi fliegt
Franzi fliegt

Beseelt landen wir wieder und fahren zurück mit dem Bus und steigen ins Boot über den See. Müde und kaputt. Fröhlich und unendlich dankbar.

Als wir am Abend unsere Fotos ansehen sind wir arg enttäuscht. Es gibt kaum ein Bild, welches annähernd zeigt, wie es da aussieht, wie es dort ist. Daher auch für euch nur wenige, die einen ganz kleinen Eindruck geben können.


 

Te Anau Glowworm Caves

Für heute steht ein Höhlenbesuch an. Wir fahren früh nach Te Anau und steigen wieder ins Boot, welches uns über den Lake Te Anau führt hin zu einer wahnsinnig großen unterirdischen Höhle aus Kalkstein mit Glowworms. Das sind keine Glühwürmchen wie bei uns, sondern Fliegenlarven, die in Höhlen leben. Sie leuchten im Dunkeln, um ihre Beute anzulocken. Der Larvenstatus dauert 9 Monate, während der ausgewachsene Fliegenstatus nur 3-5 Tage dauert, da die Tiere keinen Mund haben zum Fressen und eigentlich nur zur Paarung existieren. Faszinierende Kreaturen diese Larven. Sie hängen an den Wänden und lassen dort Fäden, wie Spinnweben, herabhängen und ernähren sich von Insekten, die gerade aus dem Wasser geschlüpft sind. Die Beute locken sie durch ein leuchtendes Hinterteil.

Die Höhle selbst ist eine ganz andere Welt, in die wir durch einen niedrigen Eingang eintauchen. Alles ist nass und das Wasser gräbt sich durch die Steine, fällt in tosenden Wasserfällen nach unten. Ein Teil geht nach rechts ab und folgt ein Stück einem Flusslauf mitten in der Wand, der andere fällt noch ein Stockwerk tiefer. Am Ende fließen sie zusammen und bilden einen Pool. Das Wasser ist ganz klar und der Boden sichtbar. Am anderen Ende des Pools befindet sich eine auf dem Rücken liegende mondsichelförmige Öffnung, aus der das Wasser herausläuft und wieder 5 m nach unten fällt. Die Steine und Wände sind vom Wasser ausgehöhlt, geformt, verdrängt und gestaltet. Sie sehen aus wie eine Wasseroberfläche, als wären Wellen darauf, verschiedenster Größe. Die ganze Höhle ist zerklüftet. Am Ende unserer Tour in die Erde steigen wir in ein Boot, Schweigen ist nun angesagt, um die Glühwürmchen nicht zu stören. Langsam bewegt sich das Boot in die absolute Dunkelheit. Das Wasser ist tosend noch zu hören und wird immer leiser. Über uns leuchten tausend kleine Sterne…

Wie der Sternenhimmel nur ganz nah sieht diese Höhlenwelt aus. In totaler Stille staunen wir über die beeindruckende, fantasievolle und überwältigende Natur, was sie erschaffen kann und wie sehr wir uns davon faszinieren können.

Auf dem Rückweg sehen wir noch einen Aal, der hier lebt. Die können Wasserfälle bis zu 20 m hoch (!) klettern!!

Beeindruckend!

ein bisschen Abenteuer…

In Queenstown haben wir uns noch neuen Spiritus für unseren Kocher gekauft, im 2. Laden, nach 13 mal nachfragen, glaubten wir dem Verkäufer auch, dass es das richtige Zeug ist, obwohl es eine andere Farbe hatte als das Alte. Wir brechen auf an die Ostküste.

Die Fahrt quer durchs Land führt uns durch karge Berglandschaft, die trotz Trockenheit atemberaubend schön ist, sonderbar irgendwie, einsam und voller Farmland. Ein Fluss gräbt sich zwischen die Berge und fließt durch völlig vertrocknete Graslandschaft. Nur die bewässerten, kreisrunden Flächen sind grün. Sträucher oder Büsche gibt es ab und zu, sonst eher steppenähnliche Landschaft. Es wird ein langer Fahrtag. An der Ostküste angekommen fahren wir Richtung Süden machen einen Stopp am Nugget Point, wo wir Seerobben sehen, viele Möwen und eine richtig steinige Pazifikküste.

Nugget PointNugget Point

Robbenstrand
Robbenstrand

Auf dem Campingplatz mit Meerblick angekommen wollen wir uns das Abendessen kochen und unseren neuen Spiritus ausprobieren. In einer Feuerstelle mache ich alles winddicht und zünde an. Die Flamme wird immer größer und ich kann sie auch mit dem Deckelchen nicht kleiner kriegen oder kontrollieren, der Wind macht alles noch schlimmer. Alles rußt und eine riesige Flamme füllt den gesamten Kocher aus. Bloß gut, dass wir in der Feuerstelle stehen und nicht in einer Hütte oder Unterstellplatz! Wir lassen ausbrennen und probieren es noch winddichter im Topf mit nur einer kleinen Menge von dem Teufelszeug. Es lodert und rußt alles schwarz. Prima! Das ist definitiv nicht das richtige Zeug! Es ist eher gefährlich!

Wir leihen uns einen Gaskocher von 2 Mädels neben uns, die froh sind, dass wir ihnen erklären können wie er überhaupt funktioniert. So kommen wir doch noch zu unserem Essen.

Dann erzählt uns eine Frau ganz nebenbei am Klo, dass es doch einen Cyclon geben soll heut nacht. Einen wass!? Nee, ne!? Wir haben nur ein kleines Zelt. Ja, wir auch. Grins. Mh. Was machen wir jetzt mit der Info? Cyclon: starker Regen und sehr windig. Na prima. Es reicht ja noch nicht für heute.

In der Nacht fängt es an zu winden, es rüttelt am Zelt, aber nichts passiert. Früh um 6 fängt es an zu regnen. Es haut ziemlich runter und eine gute Stunde halten wir es noch aus, aber an Schlaf ist nicht mehr zu denken es ist zu laut, ach ja sie sagte was von cyclon…

Wir packen zusammen und fahren los. Unterwegs machen wir Halt bei einem versteinerten Wald, wo es auch Pinguine geben soll. Leider zeigt sich uns keiner. Bei dem Regen verstecken die sich sicher auch lieber. Zum südlichsten Punkt Neuseelands sind wir auch gefahren und haben ihn vom Auto aus von der Ferne zugewinkt.

Heute regnet es den kompletten Tag und wir enden in Invercargill, wo wir ein richtig altes Hostel am Bluff finden. Bluff ist ein halbinselähnliches Anhängsel von Invercargill mit Hafen und Industrie. Unser Zimmer ist das King Zimmer! Es sieht so aus als hätte da mal ein Möchtegernking drin geschlafen vor 150 Jahren und seitdem ist nichts mehr drin passiert… altromantisch? Oll? Mal was anderes? Es war billig? Ist doch schön altbacken? Wir finden viele Attribute für unser Zimmerchen.

Am Stirling Point finden wir ein Schild auf dem steht, dass der Südpol nur 4800 km entfernt. Dort vorn also ist die Antarktis und die Welt zu Ende…

Stirling Point
Stirling Point

 

In einem Café mit Meerblick schreiben wir unsere Postkarten und laufen dann über einen Berg mit herrlichem Blick auf Stuart Island und den gesamten Bluff zurück in unser königliches Zimmer.

Irgendwie brauchen wir schon wieder Pause, sind müde, kaputt und der Magen spielt verrückt. Dieses Essen hier ist auch nicht das, was wir brauchen oder gewohnt sind. Wir sind schon auch echt privilegiert in Deutschland. Da gibt es kaum Schotterstraßen, da gibt es Bioläden und einen Haufen Obst und Gemüse und überall gibt es Infrastruktur, ach ja und öffentliche Verkehrsmittel. Auch wenn uns die deutsche Regelkonformität nervt und einzwängt und unfreundlich erscheint, ist sie doch klar und wir wissen woran wir sind. Hier ist eher alles easy going und dann ist es doch anders, aber Worte können viel versprechen. Ein bisschen Heimweh… der Tatort hilft.

Heute fahren wir entlang der Südküste und finden das bisher schönste Städtchen Riverton. Es sind viele alte Häuser hier, es sieht niedlich aus und es ist nicht überfüllt, eigentlich sind kaum Menschen hier. Das Museum erzählt uns sehr interessant über die Geschichte des Southland, wo Pakehas (die Europäer) und Maoris sich vermischten und miteinander lebten, wo die Menschen auf Walfang gingen und die Vögel, die nicht fliegen können besonders gejagt haben. Wir erfahren mehr über die Tikis, Muttonbirds, die ihre Küken in dunklen Höhlen füttern bis sie dicker sind als die Eltern und dann wegfliegen. Die Kleinen lernen am ersten Tag draußen, wie sie jagen, fliegen und sich schützen – ganz allein. Dann fliegen sie, wie die Eltern um den Pazifik! 1000 km pro Tag, 64000 pro Jahr oder so, ohne Festland zu berühren. Beeindruckend.

An einem Strand mit schwarzem Sand machen wir Halt und wundern uns: Menschen haben Schaufeln und scheinen überall nach etwas zu suchen. 2 haben tatsächlich eine Goldschürferschale! Sie suchen nach Gold. In jedem Fluss hier soll es welches geben, ganz klein. In dem Sandstein, unter den Sträuchern hat sich jemand eine Hütte gebaut. Am Parkplatz erklärt uns ein Pärchen, dass man hier Edelsteine finden kann bei Ebbe. Einfach so, an der Straße…

Wir können schon die Fjordlands sehen von hier, wolkenverhangen.

Eine 30 km lange Schotterstraße führt uns zur Übernachtung nahe des Lake Hauroko, der tiefste Neuseelands, eingefasst in „düsteren, grüblerischen, steilen und bewaldeten Hängen“ laut Lonely Planet. Das werden wir morgen sehen.

ein herrlicher See Hauroko - der tiefste Neuseelands
ein herrlicher See Hauroko – der tiefste Neuseelands

Nach diesem schönen Spaziergang am See fahren wir in Richtung Norden zum Lake Manapouri mit dem gleichnamigen verschlafenen Ministädtchen. Unterwegs beschließen wir doch eine Bootstour zu machen in den Doubtful Sound. Er ist einer der größten Fjorde in Neuseeland. Vom Gletscher geformt zieht er sich tief ins Land hinein, ist aber vom Land her schwer zugänglich, dafür weniger besucht. Das klingt ganz nach unserem Geschmack und das ist uns den Batzen Geld dann wert.

Zugfahrt ins Gefängnis, Wasser, Wald und Steine in unterschiedlichsten Farben und Formen und viele Menschen

Unsere verrückte Zugreise…

… von Greymouth nach Christchurch und zurück war ziemlich gut! Die Fahrt geht quer über die Alpen, hat zig Tunnel (einer davon 9 km lang und so breit wie der Zug selbst) und noch einen Haufen Viadukte (Stahlkonstrukte von Brücken, hohen Brücken). Wir haben Glück mit dem Wetter auf der Hinfahrt.

Zugeinfahrt in Greymouth
Zugeinfahrt in Greymouth
Alpüberquerung
Alpüberquerung
Arthur´s Pass nach 9 km Tunnelfahrt
Arthur´s Pass nach 9 km Tunnelfahrt

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Viadukt
Viadukt
Waimakariri River blitzeblank in seiner Schlucht
Waimakariri River blitzeblau in seiner Schlucht
Kiwi Rail Scenic
Kiwi Rail Scenic
Waimakariri River
Waimakariri River

In Christchurch übernachten wir in einem alten Frauengefängnis, sieht richtig chick aus jetzt und am nächsten Morgen ziemlich früh geht´s zurück nach Greymouth. Es regnet in den Bergen, was die Fahrt ganz anders spektakulär macht:  Der Fluss ist heute nicht klar, ruhig und blitzeblau, sondern grau und reißend; überall schießen Wasserfälle aus den Bergen und füllen den Wasserlauf.

Jailhouse in Christchurch
Jailhouse in Christchurch

Jailhouse

Wolken über den Alpen
Wolken über den Alpen

Zurück in Greymouth fahren wir weiter Richtung Süden auf dem schönen Coastal Highway und landen nach dem Besuch einer Schlucht, die wundervoll blau sein sollte, aber in grau erschien, am Lake Kaniere, wo wir übernachten.

Hokitika Gorge
Hokitika Gorge
Paradise Duck am Lake Kaniere
Paradise Duck am Lake Kaniere

Der Highway 6 führt uns entlang der Küste zu den berühmten Gletschern. Die hängen hier, auch bei fast 30 Grad, bis tief in den Regenwald hinein. Eine kurze Wanderung führt uns direkt bis vor die Gletscher, erst den Franz Josef Gletscher, dann der Fox Gletscher. Ein Erlebnis! Die Eismassen und die tiefen Täler, die der Gletscher geformt hat. Es wird uns sehr deutlich, was für eine Kraft in dieser Form von Wasser steckt, als wir durch das Tal, welches nun von der Vegetation übernommen wurde, laufen.

Franz Josef Glacier
Franz Josef Glacier
Franz Josef Glacier mit Trogtal
Franz Josef Glacier mit Trogtal
Franz Josef Glacier mit Trogtal und Vegetation
Franz Josef Glacier mit Trogtal und Vegetation
Wasser formt Stein
Wasser formt Stein
Eis
Eis

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Fox Glacier
Fox Glacier

 

Fox
Fox
geformte Steine
geformte Steine

Der Mount Cook (höchster Berg Neuseelands) lässt sich nur ab und zu durch die Wolkendecke blicken und auch am nächsten Tag lassen uns Wind und Wolken die perfekte Spiegelung der Berge nicht im Lake Matheson entdecken.

die Berge zwischen den Wolken
die Berge zwischen den Wolken
Lake Matheson
Lake Matheson (hinter den Wolken sind die Berge, die sich bei Windstille perfekt im See spiegeln)
Lake Matheson
Lake Matheson
Pukeko
Pukeko

Vorbei an Felsklippen gleich neben der Tasmanischen See fahren wir bis nach Haast, einkaufen und hinauf auf den Haast Pass in die Berge, eine herrliche Strecke. Es ist wunderschön, grün und wild und bergig und blauer Himmel, ach ja und wieder türkisblaues Wasser.

Lagune
Lagune
Coastal Road
Coastal Road

Auf dem Weg nehmen wir noch die Blue Pools mit, ein Fluss, der vom Gletscher gespeist wird und durch die Eiseskälte gleich blau anläuft. Es sieht total abgefahren aus.

Blue Pools
Blue Pools

Am Abend landen wir am Wanaka Lake auf dem bisher besten Zeltplatz. Sonnenuntergang und ein supercooles Pärchen aus Österreich macht uns auch ein bisschen Heimweh.

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Coastal Road

Ein köstliches Frühstück in Wanaka, einkaufen, packen und auf ins nächste Abenteuer: ein Wanderweg zur Aspiring Hut. Man fährt erst 50 km, von denen 30 (!) mal wieder Schotterstraße sind 😦

40 km geschafft und dann die Nachricht: die letzten 10 km werden spannend, mit Flussüberquerung!! Steffi kippt die Kinnlade runter: NE! Das ham die nicht erzählt! Unser liebes DoC Department….

Die erste Überquerung ist spielend leicht, es folgen weitere und dann tut sich plötzlich eine richtig dicke Pfütze vor uns auf. So! Das war´s! Nicht weiter! Können wir hier über Nacht parken?? Ich frage 2 Einheimische: Ach, da kommt ihr durch. Ganz langsam. Das ist nicht tief. Wie bringe ich das jetzt Steffi bei???

Sie ist mutig. Das Auuuuutooooo…. Einen halben Meter, noch ein Stück… Ne! Wieder rückwärts! Hier fahr ich nicht durch. Wenn der Motor Wasser und so… Das Auuuuuutooooo!

Ich frag die Einheimischen noch mal: Können wir hier über Nacht stehen? Kriegen wir ein Ticket? Unsere Erfahrungen mit der Obrigkeit machen uns hier in der Einöde sogar zu schaffen. Ticket??? Nö. Eher einbrechen, sagen die 2. Der Parkplatz ist sicherer. Das schafft ihr locker. Ihr seid nicht tiefer als andere. Er sticht einen Stock in das Wasser – keine 10 cm. Das überzeugt. Steffi probiert es noch mal ganz tapfer. Langsam. Stetig. Nicht zu langsam. Nicht über die Steine!!

Durch!

Die nächste Pfütze ist noch größer. 😀

Auch da fahren wir zügig, ängstlich durch! Geschafft! Keine Gefährdung unserer gelben Biene. Das Wasser ist total flach, sieht nur gefährlich aus. Noch weitere Überquerungen und endlich da. Ein Parkplatz mitten im Nirgendwo, nach 30 km Schotterstraße mit Bachlaufüberquerung und der ist voller Autos, voll voll. Krass.

Wir machen uns auf, der Wind bläst ins Gesicht. Eine der schönsten Wanderungen steht uns bevor.

Wir sehen einen mächtigen Gletscher mitten im Berg liegen. Er ist wunderschön und mächtig.

Roy Glacier
Roy Glacier

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Der Weg durch das Tal ist unglaublich schön, voller Grün und Braun und Schafe und Kühe und Vögel und Flechten und Wiesen und einem goldgelbem Gras durch das der Wind weht. Die Berge erheben sich mächtig um uns herum und vor uns taucht der schneebedeckte Mount Aspiring auf.

Mount Aspiring Nationalpark
Mount Aspiring Nationalpark

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Zur Abenddämmerung erreichen wir die Aspiring Hut

Abenddämmerung
Abenddämmerung

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Der Rückweg am nächsten Tag zeigt uns den Weg von der anderen Seite, interessante Wolkenformationen begleiten uns und der Wind bläst uns aus dem Tal heraus.

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Wir brechen auf nach Arrowtown, einer alten Goldgräberstadt, die voller Menschen ist. Mittag, und dann… ach irgendwie sind wir ganz schön fertig und es ist heiß und wir haben keine Lust mehr zu laufen. Wir setzen uns wieder ins Auto und fahren nach Queenstown. Hier finden wir ein niedliches Backpacker, beziehen nach mehreren Umplanungen, Umzug und einem glücklichen Zufall ein „Super Queen Size Bedroom“ und machen erstmal Pause und Planung.

Wir entscheiden, dass wir uns wieder vom Fjordland weg bewegen in Richtung Dunedin, um dann die Südküste abzufahren und von unten an die Fjordwelt heranzufahren, um am 22.1. den Kepler Track zu machen und danach bei hoffentlich besserem Wetter zum berühmten Milford Sound zu fahren. Von da aus können wir ohne doppelte Strecken wieder zur Ostküste und hoch nach Christchurch.

Auf, auf… während zu Hause die Welt echt seltsam ist…

ein lohnenswerter Abstecher

Die Sonne scheint wieder und wir erfahren die wilde Westküste Neuseelands. Wundervoll.

Nach Konsultation unseres Lonely Planet haben wir spontan entschieden doch noch ein bisschen im Norden zu bleiben und die Westküste des Kahurangi Nationalparks zu erkunden. Es hat sich derbst gelohnt.

Unterwegs machen wir einen Halt am Maruia Wasserfall, der bei einem Erdbeben 1929 von 1 m Höhe auf 10 m Höhe durch eine Verwerfung vergrößert wurde. Da ist die Erde einfach ein Stück runtergerutscht.

Maruia Waterfall
Maruia Waterfall

Am Gentle Annie Point, wo der Mokihinui River ins Meer fließt, finden wir einen superniedlichen Campingplatz mit liebevoll eingerichtetem Café und französischer Küche. Das Meer ist direkt vor der Nase, wild schlagen die Wellen gegen den Strand der übersät ist mit Treibholz – ein Paradies. Hier könnten wir uns stundenlang aufhalten und sammeln und schauen, die Fantasie blüht.

verrückte Sammlerin
verrückte Sammlerin

Wir fahren nach Karamea, wo es im Oparara Basin zwei Steinbögen gibt, einer davon mal wieder aus Herr der Ringe: die Höhlen von Moria. Da ziehen wir hin. Es geht durch einen herrlichen Busch, entlang des Oparara River – der eine ganz besondere Farbe hat: Rum war Steffis Idee, oder doch eher Cola? Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Whisky natürlich, herrlich goldbrauner Whisky. Ein Farbenspiel.

Rum, Cola? Rum-Cola? Whisky!
Rum, Cola? Rum-Cola? Whisky!

Ein kleiner Black Robin setzt sich wieder neben uns und ein Tomtit setzt sich direkt vor uns auf einen Ast und fliegt dann voll auf mich zu… ich habs auf Video!

Black Robin
Black Robin

Der große Bogen ist überwältigend: hoch, voll bewachsen und drunter ist es fast wie in einer Höhle, mit Stalagniten und –titen.

Oparara Arch
Oparara Arch
Oparara Arch
Oparara Arch

Die Moria Arch können wir durch einen Höhleneingang betreten – etwas Abenteuerfieber überkommt uns und die Gefährten in den dunklen Höhlen von Moria sind fast präsent.

Eingang zu den dunklen Höhlen von Moria
Eingang zu den dunklen Höhlen von Moria
Moria Arch
Moria Arch

Der Sonnenuntergang am Abend taucht den Strand voller Treibholz in ein besonderes Licht. Viele fischen, machen Lagerfeuer und lassen sich von den dunklen Wolken, die über den Bergen verheißungsvoll hängen, nicht stören.

Gentle Annies
Gentle Annies
Treibholz in verheißungsvollem Licht
Treibholz in verheißungsvollem Licht

Am Morgen genießen wir Kaffee und Frühstück und buchen! Wir buchen ganz verrückt eine Zugfahrt von Greymouth nach Christchurch! Das wird der Hammer!! Eine Transalpine Fahrt über Brücken, durch Tunnel, über den Arthurs Pass – spektakulär.

http://www.kiwirailscenic.co.nz/tranzalpine/?gclid=CIX2v4jYlMoCFQolvQodD58HsQ

Dann machen wir uns auf, die wilde Küstenszenerie entlang der Coastal Road zu betrachten, das Wasser des wilden Meeres hat hier spektakuläre Klippen und Felsformationen geformt. Den Höhepunkt finden wir in den Pancake Rocks. Sie sehen tatsächlich aus wie Pancakes: dünne Schichten aus Stein. Das Meerwasser schlägt mit lautem Getöse in die Höhlen und höhlt es immer weiter aus. Die Kalksteinklippen ragen hoch in die Höhe und sehen wundervoll aus. Niemand weiß so richtig, warum sie in diesen Lagen entstanden sind.

Pancake Rocks
Pancake Rocks
dröhnendes Wasser schlägt gegen die ausgehöhlten Kalksteinfelsen
dröhnendes Wasser schlägt gegen die ausgehöhlten Kalksteinfelsen

Und dann sehen wir auch noch Delfine! Springend, rasend und Looping drehend machen sie uns eine Show.

3 Delfine beim Spielen
3 Delfine beim Spielen

Heute geht es weiter nach Süden und nach Greymouth, wo wir am 7. unsere Zugfahrt antreten und am 8. direkt wieder kommen.

Happy New Year!!!

Wir schicken die besten Wünsche für das neue Jahr, Gesundheit, Freude, Glück und Frieden zu euch Familie, Freunde und in die Welt.

Wir sitzen gerade in einem uralten (sofern man das hier sagen kann) Eckhaus mit Kneipe, Restaurant und Zimmern. Unser Zimmer ist winzig, aber hat ein Waschbecken! Draußen regnet es, wie schon den ganzen Tag. Eigentlich sollten wir jetzt im Zelt sitzen im Whariwharangi Campsite des Abel Tasman Nationalparks – unserer letzten Übernachtung dieses Great Walks, aber wir haben mal wieder früher abgebrochen! 😀

Rückblick:

Nach Weihnachten sind wir bei Hitze von Blenheim gestartet nach Pelorus Bridge, die über den Pelorus River führt, wo wir einen herrlichen Platz zum Mittagspicknick finden: der Fluss bildet hier Pools, die besonders die Einheimischen zum Schwimmen und Hineinspringen einladen. Ich esse den herrlichen Karottenkuchen aus der Niederländischen Bäckerei in Picton allerdings besonders schnell, weil mich die Sandflies auffressen.

Wir lassen dann Nelson hinter uns und fahren Richtung Abel Tasman Nationalpark, wo wir am übernächsten Tag unseren Great Walk beginnen wollen. Diese Nacht verbringen wir auf einem herrlichen DOC Zeltplatz in den Canaan Downs mitten im Park. Eine ewig lange Schotterstraße führt dorthin, aber es lohnt den Weg: wir werden mit einem gemütlichen Platz belohnt, der vom Australasian Harrier (ein Bussardähnlicher Greifer) besucht wird, von vielen Sandflies und sogar von einem Kea! Das ist ein rot-grün gefiederter Gebirgspapagei, der seinen Namen laut im Fluge ruft. Weil er auch hin und wieder Stückchen von Kadavern frisst, wurde er den Farmern suspekt, die Lügenmärchen erfanden und ihn gnadenlos jagten. Jetzt steht er unter Naturschutz und wird wieder häufiger. Vom Platz ab führt ein Wanderweg zum Harwood´s Hole, den wir am nächsten Morgen antreten. Auf dem märchenhaften Weg durch den Wald voller Silberbuchen entdecken wir das erste Mal den Black Robin (das Neuseeländische Rotkehlchen), der sich ganz keck direkt neben uns setzt. Es gibt wundervolle Moose, Flechten, Bäume, Büsche und Steine. In jeder Ecke schauen wir uns nach Elfen, Hobbits und Trollen um – ein wirklich märchenhafter Wald. Am Ende schauen wir in die 400m tiefe Höhle, die, weil aus Kalk, zusammengebrochen ist und einen der größten Zugänge zu unterirdischen Höhlen bildet.

Sonnenuntergang am Zeltplatz
Sonnenuntergang am Zeltplatz
Märchenwald
Märchenwald
Harwood´s Hole
Harwood´s Hole

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Wir hatten ja für den Abel Tasman schon alle Zeltplätze gebucht und dann entdeckt, dass wir einen dabei haben, der nur Wasserzugang hat… wir haben uns also Kajaks für die ersten 3 Tage gemietet, aber erst ab dem 2. geplanten Tag, damit es nicht ganz so teuer wird. Weil es in der Nähe unseres Startpunktes, da wo wir die Kajaks abholen, keine DOC Zeltplätze gibt, beschließen wir auf dem Platz des ersten Tages, also bereits gebuchten Zeltplatz auf dem Wanderweg, zu übernachten. Wir packen also unsere Sachen in der dollsten Hitze, stellen das Auto ab und wandern die ersten 7 km auf dem Abel Tasman Great Walk.

Apple Tree Bay
Apple Tree Bay

Früh um 6 stehen wir wieder auf, Zelt abbauen und 7 km wieder zurück. Kajakeinweisung, Strecke und dann geht’s schon los – völlig gestresst, nur mäßig gepackt und keinen Kaffee! Wir sitzen im Kajak und das Wellenreiten geht los. Was für ein Spaß! :/

Unter lebensgefäääääährlichen Umständen umpaddeln wir die ersten Felsklippen und sehen wunderschöne Buchten. Nach einer Stunde machen wir Pause, wo wir die Nacht zuvor geschlafen haben und machen uns dann auf, um unter noch leeeeeeeebensgefääääääährlicheren Umständen die „Mad Mile“ zu umschiffen. Steffi navigiert um die Wellen herum, erst um die von der Flut, dann um die vom swell, der durch den Wind entsteht und dann noch gegen den Wind und OH! da kommt schon wieder ein Jetboot! Der Wind drückt die Paddel und die Wellen klatschen schön ins Gesicht. Mein hochgekrempelter Pulli nimmt fleißig Ladungen Wasser mit und zeitweise ist unter mir kein Wasser in das ich mein Paddel stechen kann. Weiter! Die Viertelstunde dauert 5 Mal so lange und die Arme werden schwer. „Dort müssen wir rein.“ verspricht meine Navigatorin von hinten schreiend. Endlich dort, paddelt sie doch weiter geradeaus…. Wo willst du hin? Wir müssen doch noch weiter! …. Grmlz&§/KKRRR&§&T%§/Z&=(

Endlich! Anchorage! Wir haben es geschafft! Überlebt! Wir landen in einer herrlichen Bucht, türkises, ruhiges (!) Wasser, endloser Sandstrand, Segelboote und viele gelbe und rote Kajaks. Der Zeltplatz ist total schön aufgeteilt, die Massen verlaufen sich wunderbar und wir fühlen uns sehr wohl. Der Ranger schenkt uns noch ein Päckchen Kaffee (den wir vergessen hatten), das Abendbrot schmeckt und wir sind selig. Wir widmen uns der ersten Frage, die uns das Wandelforum im letzten Newsletter aufgetragen hat zur Vorbereitung des Jahreswechsels: http://80391.seu1.cleverreach.com/m/6379223/

Anchorage - Kochen mit Aussicht
Anchorage – Kochen mit Aussicht

Am nächsten Tag wollen wir früh starten, weil der Wind erst gegen Mittag anfängt. Nach dem Packprozedere sitzen wir im Kajak und die Wellen sind auch schon da. Der swell von gestern zieht in großen, langen Wellen unter uns hinweg und macht das Vorwärtskommen anstrengend. Blaues Wasser, spektakuläre Klippen und Buchten bekommen wir zu sehen. Nach einer knappen Stunde hab ich es satt und wir fahren in eine kleine einsame Bucht hinein, die Flut führt uns direkt ans Ufer. Da sitzen wir jetzt ein wenig fest, blöde Idee.

Ich komme aber dann meinen Ängsten auf die Spur und reflektiere warum es für mich so schlimm ist, wenn eine (gefühlte) Übermacht, wie das Meer, über mich bestimmen kann: ich bin machtlos. Und das macht mich wütend. Ich habe keine Angst rein zu fallen oder nass zu werden (ja doch nass werden ist echt nervig und salzig wie Hölle), ich kann es einfach nicht leiden, wenn etwas (und dann noch scheinbar willkürliches) Macht über mich hat. mmmpf

Wir stellen Überlegungen an, wie wir wieder ins Wasser (über die brechenden Wellen) und dann wieder raus aufs Meer kommen. Dabei entdecken wir einen Pinguin!!!!!

Yelloweyed Penguin
Penguin
Yelloweyed Penguin
Fiordland crested Penguin

Es stellt sich heraus, dass es einer der seltenen ist und der eigentlich nicht so hoch in den Norden kommt, sondern eher im Süden der Südinsel brütet. Es ist ein Fiordland crested penguin, oder auch yellow eyebrowed penguin wegen seiner gelben Augenbrauen. Er ist endemisch und wohnt in nur noch weniger als 3000 Paaren in tropischen Bedingungen im Südwesten Neuseelands. Wir schleichen uns an, verstecken uns hinter einem Stein und lachen uns schlapp wie er mit seinem Schwänzchen wackelt und die „Flügelchen“ wedelt. Dann springt er ins Wasser und badet. Ja, er badet richtig, dreht sich, planscht und schwimmt an der Oberfläche. 10 m entfernt von uns kommt er aus dem Wasser und dreht direkt auf uns zu. Nur unsere Köpfe bewegen sich und folgen dem Pinguin, der 5 m an uns vorbei in den Schatten der Bucht hopst. In Zeitlupe heben wir die Kamera und können ein paar Bilder erhaschen. Dann verziehen wir uns aufs Wasser, ganz leise, ganz einfach und ein Kiwi hilft uns ins Boot. Danke. Tief dankbar und freudig paddeln wir wieder hinaus und steuern auf Bark Bay zu, wo wir Wasser auffüllen, pausieren und uns dann zu unserem wunderschönen Zeltplatz aufmachen, den wir nur übers Wasser erreichen können. Es lohnt sich, er ist wunderwunderschön. Wir nutzen die Zeit um uns der 2. Frage zu widmen: Was ist der Unterschied, der darauf wartet, dass du ihn machst? Schwer… und dann doch ganz einfach.

Mosquito Bay
Mosquito Bay
Mosquito Bay
Mosquito Bay
Mosquito Bay
Mosquito Bay

Am nächsten Morgen geht es zurück nach Bark Bay, wo wir unser Kajak wieder abgeben. Das Wasser ist ruhig, herrlich blau und wir können bis zum sandigen Grund sehen. Der Tag wird ein fauler Tag und das ist gut so. Die dritte Frage wartet: Was möchtest du neu erlernen?


 

Der erste Wandertag. Endlich wieder alles sicher auf dem Rücken und Boden unter den Füßen sehen wir jetzt das Meer von oben und die Buchten von der anderen Seite, 13,5 km durch Busch, über den längsten Strand des Abel Tasman und dann zur Awaroa Lodge, die Kaffee verspricht. Dort trinken wir dann einen Rosé, essen Kartoffelecken und Salat und bekommen den lang ersehnten Kaffee.

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Wir kürzen ab, aber müssen 1 Stunde warten bis die Tide sinkt, um ein Inlet überqueren zu können. Die letzte Frage vertreibt uns die Zeit und Steffi läuft immer wieder zum tiefsten Punkt um zu sehen, ob es schon gesunken ist. Ich sehe ihr von meinem schattigen Plätzchen lachend und verliebt zu.

nur der Hosensaum wird nass...
nur der Hosensaum wird nass…

Es ist ja heute Silvesterabend. Auf dem Zeltplatz in Awaroa finden wir sogar eine Dusche vor, mit kaltem Wasser und umrandet mit Ästen. Wunderschön! Frisch gewaschen ins neue Jahr. Den Abend verbringen wir schwatzend mit einem Pärchen und um kurz vor 12 stellen wir uns in die leere, weil Ebbe, Lagune und beobachten die Sterne, die hier noch sooooo viele mehr zu sein scheinen wie daheim. Sternschnuppen und dann ist es 12. Happy New Year und um 20 nach 12 liegen wir im Zelt und alles schläft.

Am ersten Tag des Jahres überqueren wir mit den beiden Mädels bei Ebbe die Lagune und beginnen einen ziemlich steilen Aufstieg, erlaufen wieder lange Strände (die zu Fuß dann nich soooo toll sind wie vom Boot aus, weil anstrengender) und sammeln ein paar Miesmuscheln, die wir an unserem Zeltplatz für heute genüsslich zum Mittag verspeisen (auch Steffi kostet eine!!). Ein langsamer, fauler und sehr warmer Tag, schwül am Ende, morgen soll es regnen.

Es regnet. Es schüttet. Um 6 merke ich Nässe. Wir stehen im Wasser, das Zelt würde wegschwimmen, wenn es keine Häringe hätte. Wir beschließen aufzustehen und noch trocken hoch zu kommen. Zusammenpacken und dann alles in die Kochhütte schaffen. Wir konnten alles retten, nur etwas Feuchte, aber es regnet. 2 von einem anderen Zeltplatz kommen und sagen, dass die Wege kleine Bäche sind und morgen soll es noch mehr regnen. Und so beschließen wir uns schon heute abholen zu lassen.

Zurück essen wir erstmal so richtig gut im Fat Tui, ein alter Laster, der als Imbiss umfunktioniert wurde und beste Burger, Fish n Chips und lecker Kaffee macht. Sehr zu empfehlen, wer mal hier langkommt: Marahau, 200 m vorm Trackeingang, beim Kahu Kajak Verleih.

Sachen packen und auf Richtung Süden. Erste Station St. Arnaud am Lake Rotoiti (d.h. kleiner See): keine freie Unterkunft, aber ein schöner kleiner See. Wir fahren weiter und machen noch einen Abstecher zum Lake Rotoroa (d.h. langer See). Beide sind eiszeitlich entstanden durch die Hobelkraft der Gletscher.

schwarzer Schwan mit Jungem
schwarzer Schwan mit Jungem
Lake Rotoroa
Lake Rotoroa
Lake Rotoroa
Lake Rotoroa

Entlang des Buller Rivers durch bergige, verregnete Landschaft fahren wir nach Murchison und landen in dieser Unterkunft. Von hier aus grüßen wir euch und schicken die liebsten und besten Grüße.

Fröhliche Weihnachten

Bei uns ist jetzt Weihnachtsabend bei schönstem Sonnenschein und ca. 28 Grad Außentemperatur… hier drinnen ca. 34 Grad.

Wir haben 3 Weihnachtslieder gehört und eine kleine Bescherung gemacht und vorher unsere Familien vermisst. Weihnachten funktioniert für uns einfach nur zu Hause so richtig.

Wir wünschen euch ein wundervolles Weihnachtsfest mit all euren Lieben an einem Tisch, bei Festmahl in alter Tradition oder Braten oder Fondue oder was ihr liebt und genießt, mit lichtervollen Stunden, Wärme im Herzen, frohen Liedern, strahlendem Weihnachtsbaum und einer wunderschönen Stimmung. Wir sind in Gedanken und im Herzen bei euch und senden die wärmsten und liebsten Grüße nach Hause zu euch.

unser kleines Weihnachten
unser kleines Weihnachten

 

Heute Abend feiern wir mit den Backpackern im Hostel eine Weihnachtsparty: mit Truthahn, nein 2 Truthähnen und jeder Menge Nachtisch und Salaten und viel zu viel Essen, wie sich das für Weihnachten gehört. Es gibt auch Geschenke: lustige, sinnvolle, weniger sinnvolle, schöne und schlechte, aber die Stimmung ist super und wir haben Weihnachtslieder gesungen – in Englisch, Französisch und Deutsch die einzelnen Strophen.

Ansonsten sind wir seit Wellington mit der Fähre zur Südinsel übergesetzt (leider bei Wolken und Regen, so dass sie nur semispektakulär war) und in Picton im Hostel untergekommen.

wolkige Überfahrt
wolkige Überfahrt

Wir haben unsere Trips geplant und entdeckt, dass es noch weitere Komplikationen gibt: wir können einen Campingplatz nur per Boot erreichen auf dem Abel Tasman – daran muss man auch als Wanderer denken und alles genau checken. Grrrr. Wir fahren jetzt die ersten 3 Tage mit dem Kajak. Wir verbringen Silvester dort und sind erst wieder am 3. Januar erreichbar.

Wir sind etwas angefressen von Neuseeland, den Behörden und Hostels und dass irgendwie alles etwas kostet, extra kostet. In 5 Jahren hat sich hier viel verändert. Auch hier im Hostel ist das Internet (24h für 5$) so schlecht, dass wir wahrscheinlich nur wenige Fotos hochladen können, wenn überhaupt. Im Moment lädt das Erste seit 15 min. Unsere Freedom Camping Fine haben wir heute doch bezahlt und uns erzählen lassen müssen, dass wir uns doch hätten besser kümmern müssen und die (unklaren) Infos jedes einzelnen Bereiches, den wir bereisen, verstehen sollen. Auch die Stornierung unserer Zeltplätze des Whanganui River hat nicht funktioniert: das schaffen doch alle! und nur wenn es gravierende Gesundheitsrisiken, schlechtes Wetter oder die Bescheinigung vom Kanuverleiher, dass es zu gefährlich ist, gilt als Aussteigegrund – nicht, wenn wir entscheiden, dass wir das nicht wollen. Reisen wird schwer gemacht.

Aber unsere Wanderung auf dem Queen Charlotte Track über 71 km in 5 Tagen war traumhaft: Türkises, grünes, blaues Meer, strahlender Sonnenschein, verwunschener grüner Busch, hohe schwarze Bäume mit Miniblättern, weite Blicke über die Fjordlandschaft, die Wolkenbilder auf blauem Himmel und ganz vielen kleinen und großen Bergen.

erster Campingplatz mit türkisem Wasser
erster Campingplatz mit türkisem Wasser

in Picton warten wir auf den Boottransferin Picton warten wir auf den Boottransfer

Strand im Abendlicht
Strand im Abendlicht
in Ship Cove, wo James Cook landete und wir unsere Tour begannen
in Ship Cove, wo James Cook landete und wir unsere Tour begannen
Maorisymbolik zur Begrüßung - die Zunge hätte uns schon auf die Schwere des Tracks (und der Rucksäcke) hinweisen sollen
Maorisymbolik zur Begrüßung – die Zunge hätte uns schon auf die Schwere des Tracks (und der Rucksäcke) hinweisen sollen
Aussichten über den Queen Charlotte Sound
Aussichten über den Queen Charlotte Sound
Queen Charlotte Sound
Queen Charlotte Sound
Kenepuru Sound
Kenepuru Sound
höchster Punkt mit Entfernungstafel und dem obligatorischen Weka
höchster Punkt mit Entfernungstafel und dem obligatorischen Weka
Kenepuru Sound
Kenepuru Sound

Wir hatten auch einige besondere Begegnungen: die Wekas (Hühnerähnliche Kiwiverwandte), die überall nach Futter suchen, 2 ganz tolle deutsche Mädels, die in Wellington Au pair machen, Opossums, die nachts unser Zelt umwandelten und ganz schön groß sind, viiiiiieeeeele viele Vögel und ein herrlicher Gesang, besonders früh am Morgen. Ein grüner Vogel hat sich ganz nah vor uns gesetzt und laut gesungen, dann setzte er an, flog  direkt auf Steffi zu und bog kurz vorher ab, laut „singend“…. der war sauer, weil wir wohl zu nah am Nest waren und wir bleiben extra fasziniert stehen, weil er sich so nah rantraut!

grüner Vogel, der ordentlich krächzen und singen kann
grüner Vogel, der ordentlich krächzen und singen kann

Die Wanderung war am 2. Tag echt lang mit dem dicken Rucksack und der 3. Tag hatte 1 Stunde steilen Anstieg und noch ein paar mehr steile Berge… das nennen Kiwis easy Tramping. Muss man wissen.

Aber es lohnt sich…

Sonnenuntergang auf unserem vorletzten Campingplatz - so lässt es sich kochen und essen
Sonnenuntergang auf unserem vorletzten Campingplatz – so lässt es sich kochen und essen
türkisblau mit Miniinsel, fast am Ende
türkisblau mit Miniinsel, fast am Ende
Anakiwa - endlich, Ende des Tracks
Anakiwa – endlich, Ende des Tracks

Über Weihnachten sind wir in Blenheim in einem Hostel voller Work and Travel Leute, hauptsächlich aus Deutschland und Frankreich und wir machen erstmal Pause und Internetzeit.

Weihnachtsstimmung im Auto
Weihnachtsstimmung im Auto

 

 

 

 

 

Wonderful Wellington

Wir verabschieden uns vom Mount Ruapehu, den schönen Farben, den Vulkanen und den bizarren Formen der Lava und fahren nach Whanganui, ein kleines Städtchen, das ganz niedlich sein soll. Dort finden wir Internet und Kaffee und fahren weiter Richtung Wellington. Unser Ziel ist ein kleiner Zeltplatz hinter Levin. Der ist echt niedlich, nur dass es regnet und Kiwis Party machen ist semischön. Die Nacht ist trotzdem gut und der morgendliche Spaziergang bringt Naturverbindung, Erdung und wunderschöne Momente in einem richtigen Wald (nicht Busch, nein das war Wald mit richtigen Bäumen).

Dann durchqueren wir Otaki, eine Outlet Stadt – nur Outlet Läden, in denen wir erstmal etwas shoppen gehen. Outdoor- und Funktionsklamotten sind hier so wesentlich billiger. In Porirua finden wir ein i-site, in dem die Dame uns bei der Buchung einer Unterkunft in Wellington hilft. Wir finden heraus, dass es da heute nichts mehr gibt und kommen auf einem Zeltplatz in der Nähe unter. Auch die Quartiere für die nächsten Tage sind sauteuer und fast voll in Welli.

Auf dem Zeltplatz erfahren wir, dass AC DC heute spielt und morgen die Christmas Parade ist… klar ist da alles ausgebucht und Highlife in Tüten. Wir treffen einige Deutsche auf dem Zeltplatz und haben einen richtig netten Abend.


 

Am Morgen starten wir früh nach Wellington, parken das Auto und verstauen unsere Sachen im gebuchten Hotel. Wir laufen Richtung CBD (Central Business Distrikt – Stadtzentrum) und lieben es. Als erstes finden wir einen Markt mit richtigem Brot von einem Franzosen gemacht und Kaffee und Tomaten und lauter tolle Sachen. Wir spazieren am Ufer und schauen einfach nur, es gibt so viel zu sehen: verrückte Brücken und Häuser, Hochhäuser und kleine alte Häuser, Meer, Menschen, eine Greenpeaceaktion, eine Rieseneiskugel, Musik auf einer fahrbaren Minibühne, ein Maoriboot, welches mit entsprechenden Gesängen gepaddelt wurde und viele andere verrückte Sachen – die Stimmung hier ist wundervoll, total angenehm und ruhig.

Greenpeace gegen Ölbohrungen
Greenpeace gegen Ölbohrungen
Waka - Maoriboot
Waka – Maoriboot
Wellington Baustil
Wellington Baustil
Alt und Neu
Alt und Neu

Eine Führung durchs Parlamentsgebäude erklärt uns das Regierungssystem, das Parteiensystem wurde aus Deutschland übernommen: vorher hat nur die Mehrheitspartei regiert, jetzt können andere Parteien und damit Meinungen oder Ansichten, Themen in die Regierung. Es ist ein wunderschönes Gebäude und mir wird wieder klar, dass die Neuseeländer_innen in ihrer Geschichte schon ein paar coole Dinge gemacht haben: erstes Land mit Frauenwahlrecht, Frauen als Premierministerinnen schon vor langer Zeit, Ehe für alle ist auch schon lange durch und sie haben die Natives einbezogen.

Beehive - Parlamentsgebäude
Beehive – Parlamentsgebäude

Dann sehen wir uns ein bisschen die Parade an, die nach einer Stunde schon vorbei ist und weihnachtliche Traditionen verschiedener Länder zeigt.

Christmas ParadeChristmas Parade

Anschließend ziehen wir uns in unser Hotelzimmer zurück – erschöpft von den vielen intensiven Sonnenstrahlen und den wundervollen, beeindruckenden ersten (großstädtischen) Erlebnissen… ein großes Bett, Minitisch und Stuhl, schrankähnliches Gebilde und Kühlschrank, sogar einen Wasserkocher, Kaffee und Tee gibt es, Bad ist im Flur… naja wir sind ja auf Reisen.


Heute (Montag, 14.12.) wollen wir unsere nächsten Wandertouren organisieren und landen im DOC Büro, wo der Typ uns mal gar nicht helfen kann… oder will, man weiß es nicht. Wir sind sauer auf dieses Department, der Informationsgehalt wird unseren Ansprüchen nicht gerecht. Und er gibt uns noch den Tipp, dass wir doch ins i-site gehen sollen… ach so, das ist hier nicht dasselbe und DIE können uns dann helfen außerhalb der Zuständigkeiten des DOC (die machen nur schlechte Broschüren und das Buchungssystem für die Hütten, die man nicht canceln kann)… gut, gehen wir dahin. Die Dame dort ist superfreundlich, weiß über alles Bescheid und bucht uns gleich alles selbst! Überrascht und sehr dankbar haben wir jetzt den Queen Charlotte Track in den Marlborough Sounds und den Abel Tasman komplett gebucht. Dafür brauchen wir nämlich Boottransfer, weil es keine Rundwege sind.

Dann fahren wir mit dem Cable Car hoch über die Stadt, spazieren durch den Botanischen Garten, treffen eine alte Schülerin von Steffi mal eben und gehen über Thorndon zurück in die Stadt. Heute gönnen wir uns ein Steak, auf Stein selbst gebraten können wir entscheiden, wie durch es sein soll! Sehr lecker.

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An unserem dritten Tag in Wellington gehen wir in das riesige Museum Te Papa, man kann tatsächlich Tage hier drin verbringen.

Kultur, Natur, riesige echte Krake, Busch, aktuelle Ausstellungen, Geschichte, Vulkane, echte Erdbeben und wie all das entsteht… seeeeehr spannend.

Steffi hat schon Schiss vor den Beben auf der Südinsel – „zu recht!“ (Anmerkung von der Betroffenen 😉 )

Und ich bilde mir ein, dass ich schon 2 Mal nachts etwas gespürt habe (ich war wach und habe nicht geträumt) es bleibt spannend…“Hoffentlich nicht zuuuu spannend!“ (Anmerkung von der Schisserin 😉 )